Als wir mit dem Zug in Varanasi ankamen, wurden wir von einem Taxifahrer vom Hotel abgeholt. Wir waren sehr erschöpft und glücklich unser Gepäck nicht tragen zu müssen. Nach einer halben Stunde Fahrt versuchte der Fahrer uns klar zu machen, dass man weiter in die Stadt mit dem Auto nicht fahren dürfe. So mussten wir also aussteigen und unser Gepäck 20 Minuten durch Varanasi tragen. Wir waren klitschnass – es war schließlich Mittag und die Sonne brannte nur so runter. Und wir waren sehr sauer, dass wir für das Taxi 250 Rupien zahlen mussten als wir im Hotel ankamen. Deshalb regte ich mich beim Chef auch ein bisschen auf. Er hat uns dann insgesamt für Hin- und Rückfahrt 100 Rupien Vergünstigung gegeben.
Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann auf Erkundungstour. Wir sahen mehrere sogenannte Ghats am Ganges. Das sind Stufen die zum Ganges hinunter führen damit sich die Pilger im Ganges von ihren Sünden reinwaschen können. Das Haupt-Ghat dient den Indern als Verbrennungsort für die Toten. Sie werden auf geschmückten Holzbaren erst durchs Dorf getragen, dann im Ganges gewaschen und anschließend auf Holzscheiten verbrannt. Wir haben bei drei oder vier Einäscherungen zugesehen. Danach sind wir Flussaufwärts die Ghats entlang gegangen und haben den Indern beim Baden und Waschen zugesehen. Auf dem Weg versuchte uns ein Bootfahrer nach dem anderen zu überreden, dass wir uns doch mit seinem Boot über den Ganges shippern lassen sollten. Doch wir fanden es spannender zu Fuß zu gehen.

Am Abend sahen wir bei einer Ganges-Weihung zu die jeden Abend statt findet. Dabei weihen sieben Hindu-Priester mit Räucherstäbchen, Feuer, Blumen und vielem mehr auf Altären direkt am Ganges bei Glockengebimmel und Gesang alle vier Himmelsrichtungen. Wir fanden die Zeremonie ein bisschen sehr lang, haben aber im Gegensatz zu allen anderen Touristen bis zum Schluss durchgehalten.
In Varanasi besichtigten wir außerdem noch eine Sternwarte mit Sonnenuhren aus der Zeit des 17. Jahrhunderts. Wie in allen anderen Städten auch, gab es natürlich ein Fort zu besichtigen. Dieses erreichten wir mit einer Motorradrikscha über eine sehr wackelige Brücke über den Ganges. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt. Das Fort war wie immer riesig groß und impulsant.
Insgesamt waren wir zwei Tage in Varanasi. Danach ging es mit dem Nachtzug nach Agra weiter.
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