2009/03/22 von Harry
Trotz seinen über fünf Millionen Einwohnern fehlte uns in Bangalore das Gefühl in einer Metropole zu sein. Bombay hingegen pulsiert, es gibt einige Hochhäuser und eine unendlich erscheinende Anzahl an super stylischen, schwarzen Tata Taxen.
Am ersten Abend treffen wir Henning und seine Freundin Johanna. Die beiden haben bereits einen längerem Indien und Asien Trip hinter sich. Hennig studiert mit mir und wir haben letztes Jahr in Shanghai viel gemeinsam unternommen. Es war ein lustiger Abend und wir haben uns viel über das Reisen und interessante Orte unterhalten. Ein lustiger Zufall, dass sich unsere Reiserouten hier gekreuzt haben.
Die nächsten beiden Tage war Sightseeing angesagt. Bombay besitzt sehr viele, von den Briten errichtete Prunkbauten. Viele dienen auch heute noch ihrem ehemaligen Zweck, so der Bahnhof ‘Victoria Terminus’ und die Bombay University. Andere wurden zu Museen umfunktioniert oder beherbergen nun Behörden oder die Polizei. Spaziergänge durch diese sehr stark kollonial geprägte Stadt haben sehr genossen.
Am folgenden Tag begaben wir uns auf die Suche nach zwei kulturellen Gemeinden innerhalb von Bombay. Zuerst besuchten wir eine christliches Viertel das sich ruhig und etwas abgeschieden über einige Hinterhöfe erstreckt. Die Holzhäuser dieser Siedlung sind oft sehr aufwendig verziert. In einem Geschäft beobachten wir wie ein auf großen Bögen gedruckter Prospekt von Hand gefalzt und gebunden (richtig mit Nadel und Faden) wird.
Am anderen Ende der Stadt befindet sich der Mittelpunkt der Erde – zumindest nach den Vorstellungen der dortigen Gläubigen. Dieses Zentrum wird markiert durch einen Holzbalken inmitten eines großen Pools, dem ‘Banganga Tank’. Rund herum sind viele Tempel und wir konnten auch einen Pilger beobachten (und Fotografieren) der faustgroße, weiße Kugeln in den Pool warf.
Schlagworte: Bombay
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2009/03/17 von Harry
Wie die Überschrift schon sagt, wir befinden uns gerade auf der Fahrt nach Bombay. Mit dem Express-Zug dauert es auch nur 22 Stunden. Wir sind um 15.30 Uhr in Bangalore losgefahren und kommen morgen um 13.30 uhr in Bombay an.
Leider können wir nicht in unsere Betten, da dort unbedingt eine reiche indische Familie mit ihrem sehr sehr nervigen Kind schlafen will. Ich habe mich ziemlich aufgeregt, da diese Plätze eindeutig auf unseren Namen reserviert sind. Doch der Vater stellt sein Kind über alles und steht nicht von unseren Betten auf. Wenigstens ist er so nett und fragt den Schaffner ob es nicht zwei andere Betten für uns gibt. Wir haben keine Ahnung welche Betten diese Familie ursprünglich hatte. Es ist nämlich alles belegt. Der Schaffner hat dann noch zwei Betten für uns gefunden. Also legen wir uns jeder mit seinem Rucksack hin und versuchen zu schlafen. Das ist allerdings nicht so leicht: es wackelt sehr, der Zug ist laut und Inder können verdammt laut schnarchen! Also fallen wir nur in einen sehr leichten und kurzen Schlaf.
Das Essen im Zug ist übrigens super. Abendessen, Frühstück und Mittagessen für zwei Personen kosten 5 €. Das hat mich dann ein bisschen aufgemuntert. Harry hat die Sache mit den Betten etwas lockerer gesehen.
Mein Groll gegen die Familie verfliegt fast ganz als wir am Bahnhof ankommen und erfahren, dass wir nicht in Bombay sondern ca 30 km davon entfernt sind. Der Vater meint wir sollen ein Taxi nehmen und berät uns etwas. Allerdings wiederholt er sich drei mal was ein bissl nervt.
Also nehmen wir ein Taxi. Es ist sehr heiß. Sogar der Taxifahrer zerfließt fast. Endlich am Hotel angekommen will uns der Taxifahrer doch glatt verarschen. Die fahrt kostet 700 Rupies. Harry gibt ihm einen 500 und zwei 100 Scheine. Der Fahrer tauscht flink den 500 Schein gegen einen 100er und will noch mal 300 Rupies. Harry schreit daraufhin ziemlich laut den Fahrer an. Der verschwindet sofort. Ich hab den Tausch der Scheine gar nicht bemerkt so gut hat der Fahrer das gemacht. Aber Harry zählt das Geld immer zwei mal bevor er zahlt. Gott sei Dank!


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2009/03/17 von Harry
Nach der erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen dann zum Sightseeing in Bangalore. Zunächst landeten wir aber in einem McDonalds wo es zu Harrys großer Freude einen Gemüse-Burger gab. Nach diesem für unseren Magen gewohnten Frühstück ging es dann gestärkt in Richtung Park los. Es war ein riesiger Park mit Statuen von Gandhi, der englischen Queen und dem englischen König. Natürlich gab es in dem Park, wie in jedem Teil von Indien, sehr viele Hunde. Bei einem Hund war es Liebe auf den ersten Blick als er uns sah. Er sprang auf und verfolgte uns den ganzen Weg durch den Park bis hin zu den Regierungsgebäuden, die wir besichtigten. Jeder Versuch von Harry den Hund wegzujagen blieb erfolglos. Wir sind sogar in einen abgesperrten Teil gegangen, in den der Hund nicht folgen konnte. Doch als wir zurück kamen war er immer noch da. Sogar über die sechsspurige sehr befahrene Straße folgte er uns. Irgendwann ist er dann doch wieder zurück in den Park umgekehrt.
Nachdem wir den Hund los waren, sind wir in eine Bücherei gegangen. Doch war dort eher der Treffpunkt für die männlichen Inder, die dort saßen und Zeitungen lasen. Wir konnten gut verstehen, warum sie dort saßen: es war ein sehr luftiger und damit kühler Ort.
Wieder draußen in der Hitze, hatten wir Durst und ein bisschen Hunger. So machten wir uns auf den Weg Richtung Stadt. An einem Reststrant mit der Aufschrift „vegetarian“ blieben wir stehen. Es gibt hier in Indien sehr viele vegetarische Restaurants. Harry ist sehr glücklich darüber, denn in China war es ja ganz anders. Drinnen war es sehr überfüllt, ein Zeichen für uns, dass es dort gutes Essen gibt. Wir nahmem gegenüber von zwei Indern Platz und bestellten einfach irgend ein drei-Gänge-Menü für 2 €. Leider steht in den indischen Speißekarten nur der indische Name des Gerrichts. Wir haben also meistens keine Ahnung was wir bestellen. Ein paar Minuten nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten wurden uns sehr liebevoll ein paar Blechschüsseln mit Pampe und Fladenbrot hingeknallt. Gegen unsere Erwartungen schmeckte es sehr sehr gut.
Danach haben wir uns noch ein bisschen umgesehen. Am Abend sind wir totmüde und ich leider wieder mit Fieber ins Bett gefallen.
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2009/03/15 von Harry

Wie dieses treffende Foto von einem Shop in der Innenstadt von Bangalore beweißt haben wir uns einen sehr passenden Namen für unseren Blog ausgesucht.
Bei der Ankuft in Bangalore waren wir begeistert, der Flughafen ist sehr modern und gut organisiert, ganz anders als in Paris, wo wir umgestiegen sind. Anschließend im Taxi haben wir festgestellt, dass hier links gefahren und rechts überholt wird – hätten wir uns ja e.g. denken können, Großbritannien war ja noch bis ins 20 Jahrhundert die herrschende Kollonialmacht. Unser Fahrer hatte anscheinend ganz eigene Vorstellungen, was rote Ampeln und diese Streifen auf dem Boden wohl bedeuten – allerdings war er damit nicht der einzige. Wir sind eine Weile über die Autobahn, Landstraße und große Stadtstraßen gefahren dann zwei mal abgebogen und dann sagt der Fahrer „das ist die Straße“. Was? In dieser unbeleuchtete einspurige Straße ohne Bürgersteige ist unser Hotel, das ja angeblich total im Zentrum von Bangalore liegt? Nach dem wir an einigen streunenden Hunden und einer neureichen Gruppe jugendlicher Motoradfahrer vorbeifuhren wurde es dunkel. Kein Licht, weder von der Straßenbeleuchtung und auch nicht von den Häusern. Anschließend überquerten wir eine Kreuzung auf der es sehr lebhaft war, jede menge Rikschas, mehrere Eisdielen und ein Restaurant, das auch um 2 Uhr morgens noch gut besucht schien. Nach weiteren 100m endete die Straße – unser Hotel war nicht in Sicht. Der Fahrer erkundigt sich bei einigen Passanten. Schließlich stehen wir vor einem verschlossenen Laden im Soutterain über dem das Schild „Church Street Inn“ baumelt. Der Fahrer klopft an das Sicherheitsgitter – innen stehen zwei Männer von ihren Schlafplätzen auf dem Boden auf und öffnen das Tor. Ja hier sind wir richtig – unser Hotel. Zentral und trotzdem angemessenes Preisniveau. Wir waren skeptisch, aber das Zimmer wirkt sauber und gepflegt. Leider sind die Fenster sehr dünn und die belebte Kreuzung ist nur wenige Meter entfernt. Dementsprechend ist die Lautstärke im Zimmer: Gehupe, diskutierende Menschen und wechselnde Musik.
Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend auf der Suche nach einem Geldautomaten, Supermarkt und SIM-Karte. Geldautomaten gibt es recht viele, allerdings funktioniert erst der vierte mit unserer Visa, die anderen waren entweder geschlossen, nur für einheimische Geldkarten oder hatten kein Geld mehr. In dem Supermarkt gibt es zwar nicht so viele Preisschilder aber dafür um so mehr hilfbereite Verkaufsberater. An der Kasse hatten wir dann zum ersten mal die Begegnung mit dem berühmten indischen Kopfschütteln, das in Europa wohl allgemein eher als nein interpretiert würde, dabei heißt das hier wohl ja. Für die SIM-Karte sind hier viele bürokratische Vorschriften einzuhalten – Pass- und Visumskopie, Passbild, Bestätigung vom Hotel – bevor man endlich eine indische Prepaid-Handykarte bekommt. Da wir am Dienstag das Hotel bereits verlassen, mussten wir die Hotelbestätigung noch etwas „interpretieren“, wobei uns die netten Menschen der Rezeption unterstützt haben.
Mariana hat leider aus Deutschland eine Erkältung mitgebracht die sich im Laufe des Fluges und des ersten Tages verschlimmert hat. Gerade mit einer erhöten Temperatur ist das indische Klima super angenehm. Zur schnellen Kurierung setzen wir auf das älteste Hausmittel und gehen heute sehr früh ins Bett.
Direkt im Hotel ist ein Buchladen und auch in der Rezeption liegen jede Menge Bücher bekannter Autoren wie Lenin und Oscar Wilde. Außerdem rühmt sich das Hotel mit einer eigenen Bibliothek. Ist der Hotelbesitzer also ein gesellschaftskritischer Gelehrter? Mehr dazu in den nächsten Tagen…
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